| Wie oft darf man scheitern, bevor man einen Weg verlässt? Wie oft darf man scheitern? Einmal? Dreimal? Zehnmal?Und wann wird aus bewundernswerter Beharrlichkeit eigentlich Starrsinn? Diese Frage beschäftigt mich gerade sehr konkret. Nicht theoretisch, nicht als philosophisches Gedankenspiel, sondern bei einer Entscheidung, bei der Zeit, Geld, Arbeit und eine Menge Herzblut auf dem Spiel stehen. Es geht um meine GET academy. www.get-academy.de 💡 Eine Idee, von der ich überzeugt war Dazu gehören für mich:
Und schließlich die Frage: Was kann und will ich aus meinem Leben noch machen? Aus dieser Überzeugung entstand die GET academy. Ich entwickelte Konzepte, baute Strukturen auf, beschäftigte mich mit den Anforderungen der Arbeitsförderung und ging schließlich den aufwendigen Weg der AZAV-Zertifizierung. ✔️ Die academy wurde zugelassen. |
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Nur eines passierte nicht:
❌ Es fand keine Maßnahme statt.
🤔 Also gescheitert?
Das wäre die einfache Antwort.
❌ Keine Teilnehmer.
❌ Keine Maßnahme.
❌ Kein funktionierendes Geschäftsmodell.
Punkt.
Aber so einfach ist es eben nicht. Denn natürlich gibt es für jedes Scheitern Erklärungen:
Der Vertrieb hätte besser sein können.
Der Zugang zu Arbeitsagenturen und Jobcentern war schwieriger als erwartet.
Kooperationen, auf die ich gehofft hatte, entwickelten sich anders.
Manche vermeintlich offenen Türen erwiesen sich bei näherem Hinsehen als ziemlich geschlossen.
Also könnte ich sagen:
👉 Noch ein Gespräch.
👉 Noch ein Vertriebskanal.
👉 Noch eine Kooperation.
👉 Noch ein halbes Jahr.
Vielleicht fehlt nur dieser eine Kontakt, dieser eine Auftrag, dieser eine Durchbruch. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem.
🧱 Wann wird Durchhalten zu Starrsinn?
Wir lieben Geschichten von Menschen, die hundertmal gescheitert sind und beim 101. Versuch Erfolg hatten.
Solche Geschichten gefallen uns. Sie erzählen von:
- Willenskraft
- Beharrlichkeit
- Mut
- Charakter
Nur hören wir viel seltener die Geschichten der Menschen, die hundertmal gescheitert sind und beim
101. Versuch noch einmal Geld, Zeit und Lebensenergie verloren haben. Denn auch das gibt es.
Deshalb kann die Anzahl der gescheiterten Versuche nicht das entscheidende Kriterium sein.
Die wichtigere Frage lautet:
Was habe ich durch das bisherige Scheitern gelernt?
Wenn jeder neue Versuch auf neuen Erkenntnissen basiert, kann Weitermachen sehr vernünftig sein.
Wenn ich dagegen immer wieder dasselbe tue und lediglich hoffe, dass diesmal ein anderes Ergebnis
herauskommt, sollte ich zumindest misstrauisch werden.
💰 Die gefährlichste Begründung
Bei meiner academy gibt es einen Gedanken, vor dem ich mich besonders hüten muss:
„Du hast doch schon so viel investiert.“
Genau deshalb müsse ich weitermachen. Nein. Was bereits ausgegeben wurde, ist ausgegeben.
Was bereits gearbeitet wurde, ist gearbeitet. Was bereits investiert wurde, bekomme ich nicht
dadurch zurück, dass ich noch mehr investiere.
In der Ökonomie nennt man das die Sunk-Cost-Falle. Und sie betrifft längst nicht nur Unternehmen. Wir kennen sie aus vielen Bereichen:
- ❤️ Beziehung: „Jetzt sind wir schon zwanzig Jahre zusammen.“
- 💼 Beruf: „Jetzt habe ich so viele Jahre in diese Karriere investiert.“
- 🏛️ Politik: „Jetzt haben wir schon Milliarden dafür ausgegeben.“
- 🧍 Persönliches Leben: „Jetzt kann ich doch nicht mehr umkehren.“
Doch. Natürlich kann ich.
Die Vergangenheit verpflichtet mich nicht dazu, denselben Fehler in der Zukunft fortzusetzen.
⚠️ Aber Vorsicht: Auch Aufgeben kann bequem sein
Das ist allerdings nur die eine Hälfte der Wahrheit. Denn auch für das Aufgeben finden wir wunderbare Begründungen:
- Der Markt ist schuld.
- Die anderen haben es nicht verstanden.
- Der Zeitpunkt war falsch.
- Die Behörden waren zu träge.
- Die Partner haben nicht geliefert.
Und schon wird aus notwendiger Selbstkritik eine komfortable Erklärung dafür, warum es gar nicht funktionieren konnte.
Deshalb muss ich mir auch die unangenehme Gegenfrage stellen:
Habe ich wirklich alles ausprobiert, was vernünftigerweise hätte funktionieren können?
Oder möchte ich gerade einen Weg verlassen, weil er anstrengender geworden ist, als ich erwartet hatte?
Genau zwischen diesen beiden Polen liegt die Entscheidung:
➡️ Nicht blind weitermachen.
⬅️ Aber auch nicht vorschnell aufgeben.
🔑 Die Frage, die für mich alles verändert
Ich habe dafür inzwischen eine Frage gefunden, die erstaunlich viel Ballast aus der Entscheidung nimmt:
Wenn ich heute bei null anfangen würde – mit allem Wissen, das ich inzwischen habe –, würde ich diesen Weg noch einmal wählen?
Nicht:
❌ Wie viel Geld habe ich investiert?
❌ Wie viel Arbeit steckt schon darin?
❌ Wie peinlich wäre es, aufzuhören?
❌ Was werden andere darüber denken?
Sondern nur:
Würde ich es heute noch einmal tun?
Bei der GET academy ist meine Antwort darauf noch nicht einfach Ja oder Nein.
Und vielleicht ist gerade das die wichtigste Erkenntnis.
Denn möglicherweise war nicht das Ziel falsch. Vielleicht war nur der bisherige Weg dorthin nicht der richtige.
Dann wäre die Konsequenz nicht zwangsläufig:
❌ academy schließen.
Sondern vielleicht:
🔄 Den Weg verändern.
Das Ziel behalten, aber die Strategie infrage stellen.
🌱 Scheitern ist kein Urteil über einen Menschen
Vielleicht fällt uns genau deshalb das Aufgeben so schwer.
Wir sagen: „Ich bin gescheitert.“
Dabei wäre die präzisere Formulierung:
„Etwas, das ich versucht habe, ist gescheitert.“
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Ein Geschäftsmodell kann scheitern, ohne dass der Unternehmer gescheitert ist.
Eine Beziehung kann scheitern, ohne dass die beteiligten Menschen gescheitert sind.
Eine politische Idee kann sich als falsch herausstellen, ohne dass derjenige, der sie vertreten hat, charakterlos ist.
Im Gegenteil. Charakter zeigt sich vielleicht gerade darin,
wie wir mit dieser Erkenntnis umgehen.
Verteidigen wir unsere alte Entscheidung, weil sie unsere Entscheidung war? Oder sind wir bereit, sie anhand neuer Erkenntnisse zu überprüfen?
🦁 Und genau darum geht es bei REEVOLUTION
Wir brauchen eine andere Kultur des Scheiterns. Eine, in der nicht jeder Irrtum sofort als persönliches Versagen gilt. Aber auch eine, in der wir Fehler nicht endlos schönreden.
Wir sollten Menschen danach beurteilen, ob sie bereit sind zu lernen.
Das gilt:
- für Unternehmer,
- für Politiker,
- für Führungskräfte,
- für Beziehungen,
- für unsere ganz persönlichen Lebensentscheidungen.
Und selbstverständlich auch für mich selbst.
Was aus der GET academy wird, ist deshalb für mich gerade mehr als eine unternehmerische Entscheidung.
Es ist ein ziemlich praktischer Charaktertest.
Habe ich den Mut weiterzumachen, wenn Weitergehen richtig ist?
Und habe ich genauso den Mut aufzuhören, wenn meine Erkenntnisse mir sagen, dass dieser Weg nicht mehr trägt?
Denn:
Mut bedeutet nicht nur, trotz Widerständen weiterzugehen.
Manchmal bedeutet Mut, eine eigene Entscheidung für gescheitert zu erklären – und trotzdem nicht sich selbst.
Vielleicht besteht Charakter am Ende weder im Durchhalten noch im Aufgeben. Sondern darin,
den Unterschied zu erkennen.

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